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Ein wichtiges Buch darüber, wie in der Zeit des Hitler-Faschismus aus einem Sozialfall moralische Minderwertigkeit gemacht wurde. Eine Familien-Geschichte – geprägt von Ausgrenzung und Repression aber auch von mutigem Widerstehen – die in der Nachkriegszeit ihre Fortsetzung fand.

Es freut mich sehr meine Musik in diese Buchvorstellung mit einbringen zu können.

 

 

Buchpräsentation „Eine ‚asoziale‘ Pfälzer Familie“

31. Juli, Stadtmuseum Kaiserslautern, 11 - 13 Uhr


„Eine ‚asoziale‘ Pfälzer Familie – Wie in der NS-Zeit aus einem Sozialfall moralische Minderwertigkeit gemacht wurde“ lautet der Titel eines vor kurzem erschienenen Buches von Alfons Ims, das dieser am Sonntag, 31. Juli 2022, von 11:00 bis 13:00 Uhr in der Scheune des Stadtmuseums (Theodor-Zink-Museum|Wadgasserhof) vorstellt. Es ist eine einzigartige Studie über die Verfolgung von sogenannten Asozialen in der NS-Zeit, die anhand der eigenen betroffenen Familie recherchiert und verfasst wurde.

Alfons Ims, 1949 in Kaiserslautern auf dem Kalkofen geboren und auf dem Engelshof aufgewachsen, wird über seine Arbeit sprechen und darüber mit Oliver Gaida, Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, sowie Christel Walter diskutieren.

Aus seinem Buch lesen werden Marita Hoffmann und Lore Keitel-Ims. Moderiert wird die Veranstaltung vom Leiter des Stadtmuseums und Stadtarchivs, Bernd Klesmann.

Musikalische Begleitung: Bernd Köhler

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei

 

Stadtmuseum Kaiserslautern
Steinstraße 48
67657 Kaiserslautern

 

https://www.facebook.com/stadtmuseumkaiserslautern/

 

 


 

 

 

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Montag 25. Juli 22, Schloßplatz Stuttgart
Kundgebung gegen S21

Beginn: 17.30 Uhr

 

Foto: Sven Ehlers

 

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Blandine Bonjour / Bernd Köhler

Les Nouveaux Mousquetaires

 

 

Allons croiser le fer
Dans toutes les occasions
Et mettons-nous en guerre
Contre les oppressions.
Et quand c'est la galère
Comme souvent au boulot
Pour nous c'est pas la mer
A boire, quand trop c'est trop.

Ref.: Les Nouveaux Mousquetaires
Continuent le combat
Local et planétaire
Avec les gens d'en-bas

 

Nous ne manquons pas d'air
Sommes gonflés à bloc.
Nous n'aimons pas nous taire
Des bourgeois on se moque.
Nous remuons ciel et terre
Pour aider ceux qui luttent
Une juste planisphère
Oui, c'est notre but!

Ref.: Les Nouveaux …

 

Pas question de l'enfer
Pour nos enfants demain
Nous voulons la lumière
Le long de leur chemin.
De partout la colère
S'élève maintenant
Essaiment sur la terre
Mille et un printemps.

Ref.: Les Nouveaux …

 
 
Text: Blandine Bonjour / Musik: Bernd Köhler
Auf der gleichnamigen CD aus dem Jahr 2011
 
 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

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Erklärung von „ausgestrahlt”

der einzig nennenswerten Basis-Initiative, die aus dem breiten, ehemaligen Anti-AKW-Spektrum verblieben ist:

„Das Greenwashing von Atomkraft und Erdgas gibt die ganze EU-Taxonomie der Lächerlichkeit preis. Jeder weiß, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es irgendwo erneut zu einem schweren Atomunfall kommt. Will die EU den Super-GAU dann auch als nachhaltig bezeichnen?

 

Das Taxonomie-Label löst keines der tatsächlichen Probleme der Atomindustrie: Atomkraft ist und bleibt die teuerste, ineffizienteste und gefährlichste Art der Stromerzeugung. Keine private Bank weltweit finanziert noch AKW-Neubauten. Daran wird auch die Taxonomie nichts ändern.

 

Die Atom-Fans in der EU spekulieren darauf, dass Regierungen unter Verweis auf die Taxonomie für weitere atomkraftfreundliche Bedingungen sorgen werden, mit Subventionen, Einspeiseregelungen, Steuern und anderem.

Gegen jeden solchen Vorstoß aber wird es massive Proteste geben.“

Mehr Infos unter: www.ausgestrahlt.de

 

Erinnerung an Fukushima – März 2021

 

FOTOS

Oben Auf der Demo und Kundgebung vor dem Europaparlament in Straßburg, 5. Juli 2022 – zusammen mit zwei britischen Aktivisten. Unten 8. März 2015, AKW Neckarwestheim – Auftritt ewo2: Hans Reffert, Bernd Köhler, Joachim Romeis und Jan Linqvist (Fotos: Barbara Straube)

 

 

Bernd Köhler

Über Nacht 

 

 
Die winterschwere Erde
Durchbricht ein zartes Grün.

Jetzt noch zwei warme Tage
Und die ersten Blumen blühn.

Über Nacht - Ist die Natur erwacht
Vorbei, die kalte Zeit - vorbei.

Vom offenen Fenster seh’ ich,
Auf ihrem weiten Flug -
Die Wildgänse nach Norden ziehn,
Ein schier endlos langer Zug.

Über Nacht  …

 

Und doch ist dieser Tag
Wie kein andrer zuvor.
Im Ohr klingt’s dir wie tausend
Glocken Hammerschlag.

Der Tag ist leicht und warm
und ist doch eiskalt klar.
In deinen Schläfen rast
Das heiße Blut.
Dein Mund spricht leis:
Nur Mut, nur Mut - s’ wird alles wieder gut!

Vor deinen müden Augen
Stürzen Mauern ein,
Zuerst im Kopf die
Und dann die aus Stein.
Kein Windhauch rührt sich
Selbst der Vogelchor schein dir verstummt.

Dein Mund spricht leis:
Nur Mut, nur Mut - s’ wird alles wieder gut!

 

Vierzig Helikopter
Stehen gegen den Wind -
Es läuft die Zeit.

An einem Frühlingstag
Sind Dinge angebrochen
Die man nicht zu Ende denken wagt.

 

Noch liegt’s in unsern Händen,
Der Natur zurückzugeben,
Was wir zum Leben brauchen,
Was seit tausenden von Jahren
Den Wechsel der Zeiten bestimmt

Das sind wir dem Planeten schuldig
Und jedem neugeborenen Kind.

-
 
Bernd Köhler
26.04.86 - Nach Tschernobyl
 
 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 » Zeitgeschichte in Politik und Musik, unnachahmlich präsentiert.«

folker 2/22

 

 

 

 

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» Eine sehr sympathische Art von als Liederbuch getarnter Autobiografie. Im Mittelpunkt steht nicht der Mensch Bernd Köhler, noch nicht einmal so sehr der Musiker, sondern sein politisches und künstlerisches Umfeld (…) und dass im Gegensatz zu üblichen Biografien auch das Auge fulminant bedient wird, dafür sorgt der studierte Grafiker. Zeitgeschichte in Politik und Musik, unnachahmlich präsentiert. Sollte jede(r) lesen.«

 

Aus einer Buchbesprechung von Mike Kamp in „folker”– Musik-Magazin für song, folk & world, Heft: 2.22. 

 

Buch-Bestellung direkt über Bernd Köhler: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Taschenbuch, 272 Seiten, Farbe
Lieder, Texte, Fotos, Noten, Geschichten, Grafiken etc.

18 Euro + 2 Euro Versandkosten
oder über den Plattenladen/die Buchhandlung deiner Wahl
ISBN: 978-3-938031-86-5 

 

 

 


 

 

 

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Veranstaltungsplakat aus dem Jahr 1970.

Nach den Aktionen gegen den verbrecherischen Krieg der USA in Vietnam war es die zweite größere politische Kampagne an der ich mich damals aktiv beteiligte.

 

 

Freiheit für Angela Davis

 

Aus einem Rückblick von Jürgen Heiser, „junge Welt”, 04.06.2022

Am 4. Juni 1972 sprach ein Geschworenengericht im kalifornischen San José nach monatelanger Verhandlung ein überraschendes Urteil: Die wegen Verschwörung zu Menschenraub und Mord angeklagte afroamerikanische Kommunistin Angela Davis wurde in allen Anklagepunkten freigesprochen. »Was für ein wundervoller Augenblick«, rief Davis drei Wochen nach dem Urteil im New Yorker Madison Square Garden aus. »Wer hätte sich vor 22 langen Monaten vorgestellt, dass Tausende, Abertausende von uns heute einen großartigen Sieg des Volkes feiern werden.« Zu feiern sei die gemeinsame Fähigkeit, »den Herrschenden dieses Staates eine machtvolle, unmissverständliche Niederlage bereiten zu können«. (…)


 

 

 

Abendveranstaltung der Berliner Konferenz „50 Jahre Radikalenerlass” –
mit Konzert ewo2   – Dienstag 17. Mai 2022, ab 19 Uhr

 

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1. Mai 2022 mit ewo2

 

 

weitere Konzerte, Auftritte und Lesungen im ersten Halbjahr 2022

17. Mai - Berlin  / 3. Juni - Göppingen  / 5. Juni - Trier  / 21. Juni - Bexbach / 2. Juli - Mannheim

 

 


 

 

 

Rheinpfalz 21. 3. 2022

„Die Rheinpfalz”, Montag, 21. März 22 / Für eine lesbare Darstellung einfach in das Bild klicken.

 


 

 

 

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für eine Kundgebung des Mannheimer Friedensbündnisses am 26. 2. 2022 / Text und Musik: Bernd Köhler

 

 

Nie wieder

Krieg.

Nie wieder!

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Grafik von Käthe Kollwitz / in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts /
mit Kohle / auf grobes Papier gemalt / gekratzt / geschabt / die Schwurhand /
die zur Ikone wurde / gegen das Vergessen:

Nie wieder Krieg. Nie wieder!

Kollektive Antwort auf das mörderische Massensterben im 1. Weltkrieg /
Ein Gesicht / verhärmt / vom Leid gezeichnet und dennoch der drohenden Gefahr
entgegen gewandt / anklagend und doch fast stumm / der Schrei:

Nie wieder Krieg. Nie wieder!

DAS SYMBOL, für uns / die Kinder der Weltkrieg 2-Generation / die im Altnazi-
durchsetzten Staat / ihre eigenen Wege suchten / für reale Völkerverständigung
und für Frieden: „Give Peace a chance” und „Stopp the war – in Vietnam”

Nie wieder Krieg. Nie wieder!

So gingen wir auf die Straße gegen die Atomraketen in Ost und in West /
gegen das drohende Inferno im Minutentakt. / Millionen Menschen in Deutschland /
in Europa / weil es einen solchen Krieg nie wieder geben sollte / nie wieder
geben durfte

Nie wieder. Nie wieder. Nie wieder!

So gingen wir auf die Straße / als im Nach-Nach-Nachkriegs-Europa wieder
Grenzen militärisch verrückt wurden / deutsche Flugzeuge im Namen der NATO
Serbien bombardierten / Als man es zuließ / dass nationaler Wahn wieder
über die Vernunft und Diplomatie siegte

Nie wieder Krieg. Nie wieder!

Und so stehen wir fassungslos / heute / vor dem bisher Unvorstellbaren /
dass Russland / das von Kriegen selbst so geschundene Land /
Soldaten auf fremdes Territorium schickt / Mitten in Europa / in die Ukraine:
Zerstörung / Vernichtung / Tod im Namen einer wahnhaften Idee …

 

Stoppt / Stoppt die Spirale der Gewalt!

Nieder mit dem Krieg!

Nie wieder Krieg!

_

 


Text und Musik: Bernd Köhler / Plakat-Abbildung  aus der Sammlung des Käthe Kollwitz-Museums Köln (https://www.kollwitz.de/plakat-nie-wieder-krieg)

Februar 2022

 


 

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Georg Weerth, dem "ersten Dichter des Proletariats" zum 200.  

 

Georg Weerth, am 17. Februar 1822 in Detmold geboren und am 30. Juli 1856 in Havanna verstorben, war nach den Worten seines Freundes Friedrich Engels der "erste und bedeutendste Dichter des deutschen Proletariats". Aber erst einhundert Jahre nach dem Tod des Autors wurde der größte Teil seines literarischen Schaffens erstmalig an das Licht der Öffentlichkeit gebracht.

In den historischen Programmen und Publikationen von ewo2 haben wir immer wieder auch Texte von Georg Weerth bearbeitet bzw. veröffentlicht.


Zu Georg Weerths 200. Geburtstag hat die Detmolder Grabbe-Gesellschaft nun ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm ausgearbeitet. "Ein kurzes, aber intensives Leben, das es wert ist, gefeiert , noch viel mehr aber, neu entdeckt und betrachtet zu werden", heißt es in der Ankündigung. So präsentiert z.B. das Musikalisch-Literarische Quartett Detmold am 19. Februar unter dem Titel "Die Guillotine wird uns retten und die Leidenschaft der Weiber" einen bunten Zeitspiegel der Revolution von 1848, in dessen Mittelpunkt Weerth-Texte stehen.


Bereits seit knapp einem Jahr ist die breit angelegte Internetpräsenz "Weerth 200" unter dem Leitwort "Presse – Freiheit – Menschen – Recht" online. Sie hält seitdem nicht nur Tag für Tag die Lesung eines "Weerth-Textes" bereit (!), sondern ist zugleich mit ihren verschiedenen Rubriken eine Fundstelle für Informationen rund um das Leben und Schaffen Georg Weerths. (https://weerth200.de/)

Eine umfassende Würdigung von Georg Weerth gibt es von Günther Stamer auch auf der Internetseite der „Marxistischen Linken” (https://kommunisten.de/)

 

 

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Die Neue Rheinische Zeitung. Organ der Demokratie (NRhZ) war eine von Karl Marx in den Jahren 1848 und 1849 herausgegebene Tageszeitung, die sich mit den revolutionären gesellschaftspolitischen Ereignissen dieser Zeit beschäftigte. Auf dieser Grafik ist Karl Marx zusammen mit Friedrich Engels und Georg Weerth abgebildet, die als Redakteure für die Zeitschrift schrieben.

 

 

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Politische Lieder 1967-1989
BERND KÖHLER _ SINGT SCHLAUCH

 

 

„Mit 16 singt er in einer Skiffle-Group Worker-Songs, lernt autodidaktisch Gitarre und schreibt erste eigene Lieder. Unter dem Spitznamen „Schlauch”, den er aus Schulzeiten mitbringt, wird er zu einer Marke in den rebellischen Bewegungen der 1970er und 1980er Jahre. Er lebt einige Jahre in einem linken Arbeits- und Wohnkollektiv, unterstützt die widerständigen Bewegungen der Zeit und wird mit Songs wie „Gute Tradition (Nazis raus aus unsrer Stadt)” oder „Keine Wahl” (zur Unterstützung der Stahlarbeiter im Ruhrgebiet) bundesweit bekannt.

Nach dem 2013 erschienenen Buch KEINE WAHL mit Liedern und Balladen aus Arbeitskämpfen, veröffentlicht er 2019 eine Auswahl seiner Lieder und Texte, die an den gesellschaftlichen Aufbruch zwischen 1967 und 1989 erinnern.”

Soweit der Text zur gut angelaufenen Tour vor zwei Jahren die pandemiebedingt im März 2020 ein abruptes Ende fand.

 

Jetzt gibt es eine Neuauflage. Konzerte oder Lesungen sind ab Mai 2022 möglich. Holen wir uns die Kultur zurück ;-)

 

Kontakt und Info

direkt über Bernd Köhler:
Tel: 0621-817728

oder per E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

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Oben: Programmflyer 2020. Für eine lesbare Darstellung einfach in das Bild klicken.

Presseschau zu Buch und Konzerten unter PRODUKTE

 

 

 


 

 

 November 2021

 

 

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Der neue Anlauf gestaltet sich anfangs eher schwierig. Mehr HALT statt LOS. Nein, es dreht sich nicht um die beginnende Corona-Pandemie Anfang 2020 sondern um die Befindlichkeit linker, widerständiger Kultur dreißig Jahre zuvor, die 90er Jahre. Ich überschreibe dieses Kapitel im Buch als „DIE BLEIERNE ZEIT”. Was viele als Befreiung erleben bedeutet auf der anderen Seite eine Lähmung des kritischen linken Diskurses. Die Welt scheint erlöst und ist es so gar nicht, wie sich schnell herausstellen wird.

Zusammen mit Hans Reffert schreibe bzw. inszeniere ich ab Ende 1989 mehrere experimentelle gesellschaftskritische Bühnenprogramme (ausgewählte Texte im Buch) wie „HALT-LOS, der Kanzler in China” oder „März im September” – nach Heinar Kipphardt und „der Tod ist ein Meister aus Deutschland” – nach Celan. Dazu kommt ein durchaus erfolgreiches Debut als Darsteller in einem Fernsehfilm über den schizophrenen Schweizer Künstler Adolf Wölfli (Musik: Hans Reffert) und zum Ende des Jahrzehnts dann „HOWDO YOUDO MISTER M@JAKOWSKI”, eine spektakuläre multimediale Inszenierung zum 70. Todestag des russischen Revolutionspoeten die zur Gründung des „kleinen elektronischen Weltorchesters - ewo2” führt – einem erfolgreichen Bandprojekt bis heute, in dem in der Folge neben Hans Reffert und mir, Musiker*innen wie Christiane Schmied (electronics), Laurent Leroi (Akkordeon), Christl Marley (Sax, Flöte), Jan Lindquist (E-Git) oder Joachim Romeis (Geige) mitwirken werden.

Gegen die Hartz-Gesetze der Schröder-Regierung formiert sich im Jahrzehnt nach der Wende erstmals wieder ein nennenswerter außerparlamentarisch-demokratischer Widerstand in Deutschland. Vorangegangen waren zahlreiche gewerkschaftliche Kämpfe gegen die Auswirkungen des neuen grenzenlosen Spiels, eines von allen Zwängen befreiten Kapitals. So auch beim Mannheimer Turbinenbauer ALSTOM wo 2003 die Belegschaft eine drohende Werkschließung durch phantasievolle kämpferische Aktionen verhindert. In der Folge kommt es zur Gründung eines Chors von Alstom-Beschäftigten, ausgelöst durch den Song UNSRE CHANCE-RÉSISTANCE. 15 Jahre werde ich dieses Projekt betreuen und leiten. Überhaupt gestaltet sich das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends aus musikalischer Sicht äußerst erfolgreich.

 

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Zusammen mit ewo2 gibt es für unsere CD-Produktionen renommierte Auszeichnungen, darunter zweimal den PREIS DER DEUTSCHEN SCHALLPLATTENKRITIK und zusammen mit der Chansonsängerin Blandine Bonjour ergibt sich eine ganz besondere musikalische Entdeckungsreise mit zahlreichen Auftritten im In- und Ausland und drei bei Adax Dörsam produzierten CDs.

 

Die dritte Dekade ist geprägt von einigen größeren Bühnen-Inszenierungen (Hervorzuheben: OH HEILAND, REISS DIE HIMMEL AUF, zum Luther-Jahr (eine Kooperationsveranstaltung der evangelischen Kirche mit der Mannheimer IG Metall) und einer viel beachteten Solo-CD (IN DIESER STRASSE – das waterboarding-syndrom). Eine Entwicklung die durch den plötzlichen Tod des langjährigen Freundes und künstlerischen Weggefährten Hans Reffert jäh unterbrochen wird. Vier Jahre später ist es dann ein kleines Virus, das nicht nur das Leben im allgemeinen sondern auch die musikalische Live-Kultur im besonderen bedroht.

Über all das und noch viel mehr berichte ich in meinem zweiten Liederbuch (1990-2020) mit einer großen Auswahl an Songs, Texten und biografischen Erzählungen, inklusive Einblick in einen vitalen künstlerisch-linkspolitischen Mikrokosmos mit starkem regionalem aber auch bundesweitem Bezug.

 

Bernd Köhler
im September 2021

 

 

Infos zum ersten Liederbuch (Texte und Lieder 1967-1989) findet ihr unter: https://bernd-koehler-live.de/produkte/40-nachrichten-vom-untergrund

 

 


 

 

20.12.2021

 

 

EL PUEBLO UNIDO JAMÁS SERÁ VENCIDO

 

 „El Pueblo unido jamás será vencido – Das vereinte Volk wird niemals besiegt werden” war die Losung des linken Wahlbündnisses UNIDAD POPULAR, das in den 70er Jahren für ein demokratisches Chile kämpfte. Durch die Gruppe Quilapayún wurde die Losung zum musikalischen Symbol dieser Bewegung.

Fast 50 Jahre nach dem faschistischen Putsch gegen die damals frei gewählte Regierung in Chile gewann jetzt wieder der Kandidat eines linken Bündnisses in Chile die Präsidentenwahl. Welch ein Hoffnungsschimmer in diesen abgedrehten Zeiten!

Anbei eine kurze Info zu den Hintergründen dieses Wahlerfolges:

 


GABRIELE BORIC

NEUER PRÄSIDENT

CHILES

von Hans Marin (https://blog.sumaro.net)

 

Der linke Kandidat Gabriel Boric hat sich in der vergangenen Nacht (Nacht zum Montag, 20.12) in der Stichwahl mit 55,9% gegen den rechtsextremen José Antonio Kast durchgesetzt. Somit wird der 35jährige Gabriel Boric neuer Präsident Chiles. Noch vor wenigen Monaten hätte sich niemand vorstellen können, dass Boric in die Moneda gelangen könnte, den Präsidententpalast, der immer noch die Einschüsse des blutigen Putsches von 1973 gegen Salvador Allende aufweist.

Gabriel Boric erschien 2011 auf der chilenischen politischen Bühne, als er zum Präsidenten der Föderation der Studenten der Universität von Chile (Fech) gewählt wurde. Von dort aus war er einer der Protagonisten der Student*innenproteste, die 2011 eine „öffentliche, kostenlose und hochwertige Bildung“ forderten. 2014 errang als Kandidat der Frente Amplio er sein erstes Parlamentsmandat, das er 2017 wiedergewann. Bei den jüngsten Wahlen 2021 erzielte die Frente Amplio 20 Parlamentssitze.

Die Frente Amplio wird oft mit Podemos in Spanien verglichen. Boric traf in den letzte Jahren mehrmals mit Pablo Iglesias und Irene Montero zusammen und Begriffe wie „die politische Kaste“ waren auch in der chilenischen Linken zu hören. Eine weitere Referenz ist der ehemalige uruguayische Präsident Pepe Mujica, der Borics Kampagne unterstützt hat, ebenso wie die frühere chilenische Präsidentin Michelle Bachelet.

Zur Wahl trat Gabriel Boric als Vertreter der Koalition Apruebo Dignidad an, einem Zusammenschluss verschiedener linker Parteien und Strömungen, der auch die Kommunistische Partei Chiles, nicht aber die Sozialisten angehören.

Zu den Ankündigungen Borics im Wahlkampf gehörten die Anhebung des Mindestlohns, die Erhöhung der Steuern für die Reichsten und Änderungen im Renten-, Gesundheits- und Bildungssystem. Mit diesem Programm wird Boric der Präsident Chiles, der die am stärksten linksgerichtete Regierung seit dem Sozialisten Salvador Allende führen wird.

 

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Logo von Apruebo Dignidad (aus Wikipedia)
Apruebo Dignidad ist eine linke Parteienkoalition aus Chile. Sie entstand im Zuge der Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung Chiles aus anderen linksgerichteten Koalitionen.

 

 

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Bernd Köhler

Die kleine Commune

 

Und es tanzte Paris, im Mai 36,
jenen Sommer der kleinen Commune.
Da tanzte Paris und die Massen eroberten
die Champs-Elysées und die Tuilerien.

Dieser Sommer der Hoffnung, Phantasie an der Macht –
im Schutz der Front Populaire.
Doch die Macht zu erkämpfen, ist schon nicht einfach –
aber sie dann zu halten, ist riesenschwer.

 

Und es tanzte Santiago im Jahre 70
den Sieg der Unidad Popular.
Und es feierten überall auf der Welt
die Menschen mit, denn man sah:

Am chilenischen Beispiel, das Neue entstehen,
in Freiheit und Schwesterlichkeit.
Und währte der Traum auch nur zwei Jahre,
heut wissen wir, besser Bescheid.

Und es wird irgendwann, da bin ich mir sicher,
ein neues Fass aufgemacht.
Die Geschichte ist nicht aufzuhalten.
Es gibt eine Hoffnung, auch in finsterster Nacht.

 

Pénestin, Frankreich
Oktober 2006

 

 


 

 

 

 

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Taschenbuch, 272 Seiten, Farbe
Lieder, Texte, Fotos, Noten, Geschichten, Grafiken etc.

Verlag Llux, 2021

18 Euro + 2 Euro Versandkosten
oder über den Plattenladen/die Buchhandlung vor Ort
ISBN: 978-3-938031-86-5

 

Bestellung auf Rechnung direkt über Bernd Köhler: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 


 

 

 

_ Liederbuch Rezensionen

 

 

 

Februar 2022

 

 

 

 

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Gute Arbeiterlieder sind rar !

 

Dass, wie der Titel dieser Kurzrezension besagt, gute Arbeiterlieder rar sind, liegt daran, dass ganz schlicht Arbeiterlieder rar sind – sieht man einmal von zahlreichen subkulturellen und (berufs)jugendlichen Spielarten von Punk bis HipHop ab. Also, das »klassische« Arbeiterlied ist es, das eher rar ist. So rar, dass Bernd Köhler, gemeinsam mit anderen Liedermache­r:innen, Wissenschaftler:innen und Gewerkschafter:innen, eine – erfolgreiche! – Initiative für das Arbeiterlied als »schützenswertes Kulturgut« anstrengte (S. 183 – 185). UNESCO-Kultur­gut ist das deutschsprachige Arbeiterlied zwar noch nicht, aber es steht nun seit 2014 im bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes.

Und darum hat sich Autor und Liedermacher Bernd Köhler (auch bekannt unter dem Künstlernamen Schlauch) auch in den letzten drei Jahrzehnten verdient gemacht. Vor allem mit dem ungewöhnlichen Experiment eines Werkschors, des Alstom-Chors, dessen Geschich­te eng mit dem betrieblichen Widerstand in diesem Betrieb verbunden ist. Dazu ist in der IGM-Bildungsstätte Sprockhövel gar ein sehenswerter Film entstanden, »Résistance – unsere Chance« (Sprockhövel 2012), in dem Bernd Köhler u.a. berichtet, wie ungewöhnlich es auch für ihn war, auf das Werksgelände zu kommen, um die als Arbeitszeit zählenden Chorproben anzuleiten. Das sprechende Dokument dazu im Buch ist das Ergebnis der Betriebsratswahlen 2010 (S. 73), in dem der Autor die Chormitgliedschaften der Kandidat:innen vermerkt hat. Der Zusammenhang ist unübersehbar… Die Geschichte des Chors endet 2017 mit dem Ende des Betriebs in Mannheim durch den Verkauf an General Electrics und den folgenden Stellenabbau.[1]

Die Aktualisierung des »Arbeiterlieds« findet aber nicht nur durch kulturpolitisches Enga­gement und die reale Erneuerung im Rahmen einer betrieblichen Bewegung statt, sondern auch durch musikalische Innovation: Aus einer von Köhler mitinitierten und aufgeführten multimedialen Inszenierung zum 70. Todestag des futuristischen russischen Dichters Wladi­mir Majakowski 1999 entsteht das »Kleine elektronische Weltorchester – ewo2« – ein bis heute aktives Bandprojekt, in dem Bernd Köhler u.a. auch Klassiker der Arbeiterlieder in ein neues musikalisches Gewand kleiden.

Über all das und noch viel mehr berichtet Bernd Köhler in seinem zweiten Liederbuch mit einer großen Auswahl an Songs, Texten und biografischen Erzählungen, inklusive Einblick in einen vitalen künstlerisch-linkspolitischen Mikrokosmos mit starkem regionalem, aber auch bundesweitem Bezug.

Da man Musik nicht durch reines Lesen erfahren kann, sei letztlich noch erwähnt, dass Bernd Köhler natürlich viel und gerne live auftritt. Stets aktuelle Informationen zu Konzerten und für Buchungsanfragen findet man unter https://bernd-koehler-live.de.

 

Torsten Bewernitz

 

[1] Siehe den ausführlichen Bericht des langjährigen Betriebsrats und IGM-Vertrauensmann Joachim Schubert auf LabourNet: https://www.labournet.de/wp-content/uploads/2021/05/Schubert-35Jahre.pdf.

 

„express”, Frankfurt –  Februar 2022

 


 

 

Halt LOS KIM 01-2022

 

„KIM” Kommunalinfo Mannheim, 20. Januar, 2022 - Auf das Bild klicken, um den ganzen Artikel zu lesen.

 

 


 

     „Die Rheinpfalz” - Ludwigshafen

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„Die Rheinpfalz” - Ludwigshafen, 04.01.2022 - Auf das Bild klicken für lesbare Darstellung

 



 

 

„SOZ” – Köln

 

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„SOZ” – Köln,
Januar 2022 - Auf das Bild klicken für lesbare Darstellung

 

 

 


 

03.12.2021

 

 

Wölfe

mitten im Mai

 

 

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Wie sehr einer fehlt, merkt man in Zeiten wie diesen, wo der Wahn mal wieder über den Verstand zu triumphieren scheint. Franz-Josef Degenhardt der heute 90 Jahre alt geworden wäre, kam aus einer Generation die das Menschenverachtende im Mantel verquerer Allmachtsphantasien nicht nur vom Hörensagen her kannte. Das prägte ihn, seine Haltung, seine Lieder bis zum Ende.

 

„August der Schäfer hat Wölfe gehört,
Wölfe mitten im Mai […]

Da haben die Greise zahnlos gelacht,
gezischelt: Wir haben’s gleich gesagt.
Düngt die Felder wieder mit altem Mist,
sonst ist alles Mist – sonst ist alles Mist. […]

So sang der verschmuddelte Bauchladenmann
und pries Amulett aus Wolfszähnen an. […]

wenn von den Bergen das Feuerrad springt,
die Touristenschar fröhlich das Fraßlied singt.”

 

» Meine erste Begegnung mit Degenhardt war ein gemeinsames Konzert im Mannheimer Rosengarten 1972. Da war ich der jugendliche Rebell, der punkmäßig in die Gitarre drosch und die Revolution beschwor, bis die Saiten rissen, und er war schon der Erzähler, der uns mit seiner gelassenen Überzeugung in den Bann zog. Das letzte Gespräch war, als er mich 2008 nach meiner neuen Solo-CD anrief, um mir erst mal für mein jahrelanges „Politisch-musikalisches-aus-der-Welt-Sein” den Kopf zu waschen, dann aber auch, um mir zu dieser CD zu gratulieren.

Es gab nicht viele persönliche Begegnungen, unsere Auftrittswelten waren zu verschieden, und doch war er mir ein guter Bekannter, Vertrauter, in dessen Liedern ich versank, auf der Suche nach der Magie seiner Worte, nach dem Wesentlichen seiner künstlerischen Arbeit. Wenn ein deutscher Liedermacher mich nachhaltig geprägt hat, dann war er es, immer wissend, dass seine Art etwas Unerreichbares sein würde.« schrieb ich 2011 in einem Nachruf.

Den kompletten Text findet ihr in meinem aktuellen Liederbuch (Lieder- und Texte 1990-2020). Im angehängten PDF gibt es einige Beispielseiten aus diesem Buch, das neben einer Auswahl an Liedern und Texten auch einen vielschichtigen Rückblick auf die widerständige Kultur in den zurückliegenden 30 Jahren enthält.

 

 

___________

 

 

Bernd Köhler

...knistert, furzt im Parlament

 

 

Abgefangen, aufgeflogen -
Volk beschissen, Volk betrogen.
Knistert, furzt im Fundament
Bis irgendwo ein Kittel brennt.

Kopfgeldjäger auf den Strassen
hächeln gierig - lassen fassen.
Einer wird herausgedeutet
wird zum Fraße überlassen.

Einer aus dem Mittelbau
selten schlau - dumm gelaufen.
Bauernopfer eins, zwei, drei
in paar Jahr'n – wieder dabei.

 

Namen kommen - Namen gehn.
Pärchenbildung kann man sehen
Rudel, die sich selbst zerfleischen,
Keller voller alter Leichen.

Alte Säcke - neue Fräcke,
kopulieren, koalieren.
Bildschirmtanten präsentieren
und hofieren Präsentanten.

Wölfe heulen und Hyänen
streiten sich ums frische Aas.
Wer nicht mitfrisst, wird gefressen
kommentiert wird, wer, wen, wann, fraß.

 

Hommage – Franz-Josef Degenhardt
2015

 

 


 


 

 

 

Oktober 2021

 

 
 
DAS KONZERT
 
ZUM BUCH

 
 
Drei Anläufe hat es gebraucht, bis das Konzert zur Präsentation meines zweiten Liederbuchs im „Capitol” in der Mannheimer Neckarstadt endlich über die Bühne gehen konnte. Allen Corona-Widrigkeiten zum Trotz kamen über 200 Leute in das „schönste Konzerthaus Mannheims” und erlebten ein bestens aufgelegtes Ensemble und Publikum.
 
Unter dem Motto „Wir holen uns unsere Kultur zurück - das Konzert zum Buch” waren mit dabei: Adax Dörsam (Git.), Laurent Leroi (Akkordeon), Joachim Romeis (Geige) und Christiane Schmied (Electronics, E-Git). Blandine Bonjour kam extra aus der Auvergne nach Mannheim und die Schauspielerinnen Monika-Margret Steger und Margit Romeis lasen Texte aus meinen zwei Liederbüchern. Für zwei Lieder kam dann sogar noch ein Teil des ehemaligen ALSTOMCHORS in ihren Chor-T-Shirts mit auf die Bühne ...
 
 

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Die famose Combo des Abends: Joachim Romeis (Geige), Christiane Schmied (Electronics und E-Git.) Bernd Köhler (Gesang und Git.), Laurent Leroi (Akkordeon) und Adax Dörsam (Git.) – Danke für diesen gelungenen Abend!

 

„ (...) Frühe Stücke und neuere Kompositionen geben weit über zwei Stunden lang einen Einblick in die Kreativität des selbst ernannten „linken Vogels und schrägen Kauzes“. Köhlers politische Statements und unkonventionelle Fantasie in den Texten sowie die teils avantgardistischen Arrangements seiner ausgezeichneten Mitspieler nehmen dem Wort Zeit jegliche Bedeutung. Hintersinnig-schräge Titel wie „Dicker Hund“ wechseln sich ab mit musettbeschwingten Chansons á la „Die kleine Kommune“ oder der Warnung „Nazis raus.
 
Das begeisterte Publikum bekommt kaum einen Moment, um abzuschalten. Bei „Unsre Chance - Résistance“ werden Erinnerungen an den Kampf der Beschäftigten der Firma Alstom gegen die Schließung des Käfertaler Werkes wach. Schöne Geste: Einige aus dem Werkschor stehen an diesem Abend sogar noch einmal mit auf der Bühne.“ (...) schreibt Wolf H. Goldschmitt in einer Konzertkritik in der Heidelberger RNZ (Rhein-Neckar-Zeitung) vom 21.10.21.
 
WER NICHT DA WAR, HAT ETWAS VERPASST !
 
... kann aber in dem Lieder- und Geschichten-Buch „HALT-LOS – der zweite Anlauf” die Zeit zwischen 1990 und 2020 visuell noch einmal Revue passieren lassen.
 
18 Euro (+ 2 Euro für Versand). Dafür gibt es ein reich bebildertes, 272 Seiten starkes Kompendium über die Zeit von 1990-2020 – mit Fotos, Geschichten, Dokumenten, Liedern (teilweise auch mit Noten und Harmonie).
 
Bestellung über meine Webadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
 
 
Ciao
La lutte continue
Bernd
 
Fotos vom 12.10. – mit freundlicher Genehmigung von Helmut Roos
 
 

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Zum Song „Keine Wahl” – den ich Mitte der 80er für die Kämpfe der Stahlarbeiter im Ruhrgebiet geschrieben hatte – kam ein Teil des früheren „AlstomChors” mit auf die Bühne. Im Hintergrund auch mit dabei: Helmut Hoffmann am Akkordeon. Gelebte Solidarität und Freundschaft !!!!

 

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Voll konzentriert hinter ihrem „Arbeitstisch” – Chistiane Schmied die Anfang des Jahrtausends das „kleine elektronische weltorchester - ewo2  ” mitgegründet hat. Die elektronischen Einwürfe kamen frisch wie in alten Zeiten – Grandios !

 

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„CHANSONS SANS CIGARE” – mit der fabelhaften Blandine Bonjour. Nein, wir sind kein bischen älter geworden ;) – zumindest was unser Engagement und die Freude am gemeinsamen Singen betrifft!

 

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Monika-Margret Steger las mit viel Verve meinen FLUCHT-Text aus den frühen 90er Jahren 

 

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Mit Margit Romeis (und Einhart Klucke ;) war ich in den 80er Jahren auf Tour für die IG Metall und die 35-StundenWoche (Programm: ES GIBT EIN LEBEN VOR DER RENTE!). Auf dem Konzert in der Feuerwache trug sie sehr unterhaltsam den Text „Einer mehr – Betrachtungen aus unserer Straße” aus meinem ersten Liederbuch vor.

 

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Blick über die Bühne in den Saal des ehemaligen Rundkinos. Von links: Adax Dörsam, Laurent Leroi, Margit Romeis, Bernd Köhler, Joachim Romeis und Christiane Schmied

 

 

 

RNZ (Rhein-Neckar-Zeitung)  vom 14.10.2021

 

 

12-10-21 RNZ


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     27.05.2021

 

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Seit dem 25. Oktober 2020 steht die Skulptur „Stuttgart 21 – Das Denkmal – Chronik einer grotesken Entgleisung“ im Zentrum der Stadt Stuttgart, vor dem Stadtpalais am Charlottenplatz. Sie wurde von dem Bildhauer Peter Lenk geschaffen. Dessen „Imperia“ in Konstanz wurde zum Wahrzeichen der Bodensee-Stadt; sie erinnert an einen unheilvollen Teil der Konstanzer Stadtgeschichte: an das Konstanzer Konzil mit der Verbrennung des Reformators Jan Hus. Die Stuttgarter Skulptur hat das Projekt Stuttgart 21 zum Thema. Dieses ist eng verbunden mit der Zerstörung des Mittleren Schlossgartens und dem Abbau von Bahnkapazität – in Zeiten der Klimaerhitzung und des Karlsruher Klima-Entscheids ein ausgesprochen unheilvolles Projekt.

Peter Lenk hat in mehr als zwei vollen Arbeitsjahren diese Skulptur geschaffen. Rund 1300 Menschen, davon die Hälfte aus Stuttgart und Region, sammelten 150.000 Euro, um die Kosten für das Material und für die Fremdarbeit, die in dem Werk stecken, zu decken.

Kunstsachverständige betonen: Lenks Skulptur stößt auf regen, weit überwiegend positiven Zuspruch. Adrienne Braun, unter anderem aktiv für das Kulturessort der „Stuttgarter Zeitung“: „Viele Museen würden es sich wünschen, dass ihr Publikum so interessiert bei der Kunstbetrachtung wäre, wie es die Menschen vor der Stuttgarter Skulptur sind.“ Torben Giese, Direktor des Stadtpalais: „Die Skulptur hat immer zahlreiche Besucher“; es „gibt viel positives Feedback“. Dennoch wünschen sich dieselben zitierten Personen und maßgebliche Verantwortliche in der Landeshauptstadt, dass die Skulptur noch im Juni 2021 abmontiert und entweder zurück an den Bodensee transportiert oder an einen wenig attraktiven Ort in der Stadt verfrachtet wird.

Wir sehen darin einen Ausdruck von Kleingeistigkeit, die einer Landeshauptstadt nicht gut zu Gesicht steht. Wir fordern die Verantwortlichen in Stuttgart, insbesondere deren Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper, und die im Stuttgarter Gemeinderat vertretenen demokratischen Parteien auf: Demonstrieren Sie Toleranz! Die Skulptur von Peter Lenk hat vor dem Stadtpalais einen ausgezeichneten Standort gefunden. Sie sollte dort bleiben. Es sei denn, es wird für sie in Übereinstimmung mit Peter Lenk in Stuttgart ein gleichwertiger Aufstellungsort gefunden.

 

Rolf Becker (Schauspieler, Hamburg)

Klaus Gietinger (Regisseur und Autor; Saarbrücken)

Christoph Hofrichter (Schauspieler/Regisseur/Creative Producer; Stuttgart)

Bernd Köhler (Sänger; Mannheim)

Volker Lösch (Regisseur, Berlin)

Christine Prayon (u.a. „Die Anstalt“ und „heute show“; Berlin)

Jürgen Harrer, Glenn Jäger, Tammo Wetzel (PapyRossa Verlag (Köln)

Walter Sittler (Schauspieler, Stuttgart)

Max Uthoff („Die Anstalt“, München)

Konstantin Wecker (Sänger; München)

 

Infos zum Denkmal: https://lenk-in-stuttgart.de/

 

 


 

 
 

 

 

11.03.2011

 

 

Erinnerung an Fukushima – März 2021

 

Auftritt von ewo2 bei einer Aktion am 8. März 2015 vor dem AKW Neckarwestheim in der Besetzung: Hans Reffert, Bernd Köhler, Joachim Romeis und Jan Linqvist (Foto: Barbara Straube)

Mehr Infos zur Reaktorkatastrophe unter 
www.ausgestrahlt.de/aktiv-werden/jahrestag-fukushima

 

 


 

 

21.02.2021

 

Hans war nicht nur Mitbegründer des „kleinen elektronischen weltorchesters (ewo2)” – mit ihm verband mich auch eine über 40 Jahre lange, ungemein produktive künstlerische Zusammenarbeit und Freundschaft. Er wäre dieses Jahr 75 Jahre alt geworden.

Halten wir ihn uns in Erinnerung als einen ganz besonderen Menschen, außergewöhnlichen Musiker und Zeichner, sowie stets politisch engagierten und solidarischen Weggefährten.

 
 

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Bernd Köhler

Zwischen Wahn und Wirklichkeit

aus dem Leben des Hans R.

 

 
 
Schon früh, bei voller Kindheit,
besah er sich sonntäglich Kinofilme mit großer Freude –
Reisen, Unglücksfälle, Katastrophen
und Liebe, Great Love and Science Fiction
 
Science Fiktschen.
 
Er, harmloser Paradiesvogel,
im Schatten der großen Fabrik,
verwandelte jedes Schulbuch in sein Gesamtkunstwerk:
Zwischen Wahn und Wirklichkeit,
beziehungsweise: Entertainment, Comic und AFN.
 
3 Jahre späte dann:
 
Der große Sohn der Stadt bezog nun Position.
Griff in die Sa/ ha/aiten des tönenden Dingsda –
mit wohlwollendem Achsel/Zucken des Meisters,
checkte sich ein und da / ha / durch und durch,
schräg, unerbittlich gab er’s der ganzen Welt
und sich bis HEUT.
 
Zu Hause – WO? –
rotzt, schreit, träufelt er und kratzt, schabt, pinselt,
treibt den Bluuues in das Papier.
 
NEW YORK, morsches Gebälk.
See/räuber/rom/antik – SEERÄUBERROMANTIK.
Am Riff des Wahnsinns zerschellt die Stadt,
das Leben, HA-AH, ER?
 
Fragen über Fragen – No Comment
oder: Wie viele Hirne haben sie?
bzw. wie viel Seiten, Saiten
bespeien sie mit einem Atemzug???”
 
-
 
Bernd Köhler
1987 - Für eine Ausstellungseröffnung
 
 
 
 

 


 

 

 

20.10.2020

 

 

Chapeau den ver.di-Kolleginnen und -kollegen, die in diesen schwierigen Zeiten einen bemerkenswerten Tarifabschluss erkämpft haben – in einer Bewegung, die vor fast einem Jahrzehnt mit der Forderung „WIR SIND ES WERT“ begonnen hatte.

Daran erinnert auch der unten stehende Mitschnitt von einer Kundgebung – ich denke es war 2013 – in Karlsruhe, als wir erstmals den Song „Zeit was zu ändern“ vorstellten, mit einer tanzenden GRÜNEN RAUPE der ver.di-Jugend vor der Bühne ;)

An den E-Gitarren der unvergleichliche Hans Reffert und Jan Lindquist.

 

ver.di Karlsruhe